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Weltgebetstag 2021 - VANUATU

Weltgebetstag 2021 - VANUATU
Veröffentlicht am Di., 26. Jan. 2021 13:12 Uhr
Inselregion Heiligensee (Blog)

Liebe Freundinnen und Freunde des Weltgebetstags, 

ich erinnere mich an den letzten Weltgebetstag: Covid 19 war im Anmarsch und der ein oder andere Stuhl in unserer Katholischen Kirchengemeinde St. Marien blieb schon einmal leer. Dieses Jahr ist immer noch alles anders – und dennoch – der Weltgebetstag findet statt!

Folgende Weltgebetstagsgottesdienste sind vorgesehen:

Wir bieten in der Waldkirche am 05. März 2021 auf jeden Fall eine OFFENE KIRCHE von 17.00 – 19.00 Uhr an!

Am Sonntag, dem 07. März 2021 werden wir digital einen Gottesdienst zum Weltgebetstag feiern, den unsere Konfirmanden vorbereitet haben.

Den von uns zum Weltgebetstag am 5. März 2021 aufgezeichneten Gottesdienst können Sie hier mitfeiern:

(Angaben zum Video ganz am Schluss nach dem Einführungstext)


Hier legen wir Ihnen den Spendenaufruf des Weltgebetstagskomitees ans Herz:


Text zur Einführung

Das Titelbild zum Weltgebetstag 2021 ist ein Bild von Juliette Pita und trägt den Titel „Pam II“. Es stellt die Situation dar, als der Zyklon Pam 2015 über Vanuatu zog. Das Bild zeigt eine Frau, die sich schützend über ihr kleines Kind beugt und betet. Die Frau trägt traditionelle Kleidung, wie sie auf der Insel  Erromango – eine der Inseln Vanuatus – üblicherweise getragen wird. Der Sturm fegt über Frau und Kind hinweg. Eine Palme mit starken Wurzeln kann sich dem starken Wind beugen und schützt beide so vor dem Zyklon. Im Hintergrund sind Kreuze für die Todesopfer des Sturms zu sehen. Dieses Jahr wurde die Liturgie des Weltgebetstages von Frauen aus einem sehr entfernten und unbekannten Land gestaltet. Es liegt im Pazifischen Ozean – nordöstlich von Australien: Vanuatu. Es besteht aus 83 kleinen Inseln.

Legt man einen Maßstab der Inseln über die Deutschlandkarte, so reichen die Inseln über rund 870 Kilometer von Sylt bis Berchtesgaden. Vanuatu ist der Natur und deren Gewalten besonders ausgeliefert.  Häufig wird es von Erdbeben heim gesucht, da es auf einem Vulkangürtel liegt. Vanuatu ist ein sehr fruchtbares Land. Mit wenig Aufwand gedeihen Obst und Gemüse in  bester Qualität, so dass sich die Bevölkerung gut selbst ernähren kann. Doch Vanuatu bekommt den Klimawandel in voller Wucht zu spüren: Höhere Wassertemperaturen gefährden die Fischbestände, lassen Korallen sterben, Obst und Gemüse wächst nicht mehr so gut wie früher. Der Meeresspiegel steigt und nagt an den Küsten. Alles wird extrem: heftigere Stürme, stärkere Regenfälle – selbst auf die Regenzeit  ist kein Verlass mehr.  Die Grundwasserspeicher und Regen-Reservoire werden nicht mehr genügend aufgefüllt. Vanuatu ist seit Juli 2018 weltweit das Land mit dem schärfsten Verbot von Plastik. Verstöße dagegen können teuer werden. Doch Vanuatu wird das Plastik-Problem nicht ganz loswerden: Meeresströmungen spülen immer wieder Plastikmüll von weit her an die Strände. Mehr als hundert melanesische Sprachen werden auf den Inseln aktiv gesprochen. Erst 1980, nach einem langen Kampf für die Unabhängigkeit von Frankreich und dem Vereinigten Königreich, durfte die eigene Flagge gehisst werden. Den Inseln wurde der Name „Vanua“ bedeutet Inseln und „atu“ sich erheben, gegeben.

Im Mittelpunkt steht der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27, der am Ende der Bergpredigt steht. Mit ihrem Gottesdienst wollen die Frauen aus Vanuatu ermutigen, das Leben auf den Worten Jesu aufzubauen, die der felsenfeste Grund für alles menschliche Handeln sein sollen. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Das Thema lautet deshalb „Worauf bauen wir?“.

Eine Frauenaktivistin, die aus guten Gründen anonym bleiben möchte, stellt fest, dass für Frauen Vanuatu das schlimmste Land der Welt ist. Ferner erzählt sie, dass alles auf den „Nakamal“ konzentriert ist, auf einen Ort im Dorf, an dem sich die Männer treffen. Dort reden sie über alles und dort wird auch entschieden, was die Menschen im Dorf betrifft. Keine Frau darf sich dort blicken lassen. In manchen Dörfern müssen sie sogar einen Sicherheitsabstand einhalten.

An keinem Entscheidungsprozess sind die Frauen beteiligt, sind aber für alles zuständig: Sie kümmern sich um die Kinder, die Angehörigen mit Behinderung und um die Alten in der Familie. Und das ist und bleibt wohl noch lange eine Tradition. Ohne Zusammenschluss der Frauen wird sich so schnell nichts ändern. Beim Thema häusliche Gewalt ist in Vanuatu das Papier geduldig. Zwei Drittel der befragten Frauen gaben an, schon einmal Gewalterfahrungen in Ehe und Partnerschaft gemacht zu haben. Auch beim Thema Gleichberechtigung klaffen Theorie und Praxis weit auseinander: noch immer sind Frauen häufig von Entscheidungsprozessen und von Führungspositionen ausgeschlossen.

Im 19. Jh. kam mit den Kaufleuten und Kolonialherren auch die Mission. Die Missionsgesellschaften hatten sich die Inseln untereinander aufgeteilt, um sich nicht ins Gehege zu kommen: die katholische Kirche missionierte im Süden, die Presbyterianer waren in der Mitte des Landes aktiv und die Anglikaner nahmen den Norden. Mit der Missionierung einhergehend, fanden Kannibalismus und Stammesfehden ein Ende. 63 Prozent der Ni-Vanuatu (Bewohner auf Vanuatu) gehören einer christlichen Kirche an.

Ein so weit entferntes Land mit so viel interessanten Informationen – versüßen Sie sich mit einem vanuatuischen Rezept die Wartezeit auf den Weltgebetstag 2021!

Sie können das Rezept >>> … hier lesen oder herunterladen.

Eva-Maria Stein


* Das Video wurde in unserer Waldkirche aufgezeichnet und erstellt unter Verwendung von Bildmaterial des Weltgebetstags der Frauen - Deutsches Komitee e.V. © 2021, sowie unter Verwendung von Filmausschnitten aus "Vanuatu Women's Water Music - Sogor (Rim Rim Siag)" / Leweton Village Cultural Group, directed by Tim Cole, mit freundlicher Genehmigung des Regisseurs und Musikdirektors Tim Cole.

Regie: Eva-Maria Stein

Videoaufzeichnung und Schnitt: André Stein