Andere Zeiten, vergessene Berufe

Veröffentlicht am Di., 2. Jul. 2019 20:52 Uhr
Bericht ONW

Offener Nachmittag Wald am 05.06.2019

Wer kennt noch Sesselträger, Ammen, Lumpensammler oder Kaffeeriecher? Welche Berufe verschwinden heute? Gibt es noch Briefträger, Zugabfertiger oder Staubsaugervertreter? Einer der ältesten Berufe war der Sänftenträger. In der Bibel wird die Sänfte von König Salomon beschrieben: sie war von Holz aus dem Libanon, ihre Säulen waren silbern, die Decke gülden, der Sitz purpurn. Im alten Ägypten und bei den Römern sind die Sänften als zeremonielles Fortbewegungsmittel benutzt worden. In Europa waren sie Mitte des 17. Jahrhunderts auf den Straßen wie Taxis für kurze Strecken zuständig, damit die feine Gesellschaft sauber über die verschmutzten Straßen kam.

Auf diesen Straßen kursierten auch die Abtrittanbieter mit einem weiten Mantel und mit mobilen Toiletteneimern. Lumpensammler waren unterwegs und riefen: „Eisen, Lumpen, Knochen und Papier!“ Für feine Lumpen gab es feines Papier, für grobe Lumpen grobes Papier, für wollene Lumpen Löschpapier. Die Buchdruckerei war gerade erfunden worden, man brauchte viel Papier für die neuen Bücher.

Wer waren denn die Kaffeeriecher? Zur Zeit Friedrichs des Großen war Kaffeetrinken Mode. Kaffee trinken durfte jeder, aber nicht rösten. Wer röstete, musste Steuern bezahlen. Die Kaffeeriecher hatten eine gute Nase!

Die Ammen kamen meistens aus dem Spreewald. Die kennt man auch nur noch von alten Fotos vom Anfang des 20. Jahrhunderts, wie sie die Kinderwagen im Tiergarten schieben.

Es gab viel Gesprächsstoff bei diesem Thema, wir haben auch viel gelacht.

Varpu Seper (mit Hilfe vom Tagesspiegel)

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