"Gerempel im Tempel" Singspiel 2018

© Foto: Till Budde
Veröffentlicht am So., 8. Jul. 2018 15:45 Uhr
Bericht Ki Ju Kantorei

Aufführung des Singspiels von Ilona Schmitz-Jeromin und Klaus Müller im Gottesdienst am 1. Juli 2018

Einsingen, Kostüme an, und noch schnell die Aufregung runterschlucken – dann konnte es für den Kinder- und Jugendchor im Gemeindesaal in Alt-Heiligensee losgehen: Kurz vor den Sommerferien führten die Mädchen und Jungen im Rahmen eines Gottesdienstes das Singspiel „Gerempel im Tempel“ auf. Den letzten Schliff dafür hatten sie sich während einer Chorfahrt auf Usedom geholt: Drei Tage lang wurden in Zinnowitz die Lieder und Rollen für das Stück geprobt. Daneben blieb aber auch noch Zeit, bei Sonnenschein und kühlem Wind in die Ostsee zu hüpfen, um die Wette Sandfiguren zu bauen (die Schildkröte gewann knapp) und das zweite WM-Spiel der Jogi-Elf zu schauen. Wie die Kinder heimkamen? Müde, blass und glücklich.

„Gerempel im Tempel“ erzählt die biblische Geschichte der „Tempelreinigung“, die damals – vor fast 2000 Jahren – in Jerusalem für einen ziemlichen Eklat sorgte. Nicht nur, weil Jesus entgegen der bisherigen Tradition die Händler und Geldwechsler aus dem Tempelvorhof vertrieb mit den Worten: „Mein Haus soll ein Bethaus sein.“ Sondern auch, weil Jesus, der bis dahin ja immer Friedfertigkeit und Gewaltverzicht gepredigt hatte, auf einmal voller Zorn die Stände der Händler zerstörte und mit dieser Aktion die Tempelherren düpierte. Wahrscheinlich ist, dass diese Tempelreinigung zu dem Beschluss der religiösen Führer von Jerusalem führte, den unbeliebten Jesus zu töten. Und dass der Wutausbruch Jesu wohl den Anfang für seine folgende Passionsgeschichte setzte.

All das – die Auswüchse des Handels und Dreistigkeit der Händler, die Verwunderung über Jesus´ Zornausbruch und die böse Vorahnung, dass die Tat für den Mann aus Nazareth schlimme Folgen haben könnte („So ein Auftritt, das gibt Ärger…“)  - all das wurde in dem Singspiel wunderbar dargestellt und besungen – in schönen Liedern, durchaus zum Mitsummen und Mitwippen. Die Kinder und Jugendlichen zeigten wie immer, dass in ihnen auch tolle Schauspieler stecken. Begleitet wurden die Chöre diesmal nicht nur von Kantorin Conny Vogt am Klavier, sondern auch von Sophia Rielo und Pepita Petrusch auf ihren Geigen sowie stellenweise von dem Elternchor.

Man darf auf die nächsten Projekte von Conny Vogt mit den Chören gespannt sein. Sie zeigen jedes Mal aufs Neue, wie viel Spaß und Freude alle Beteiligten daran haben – trotz der oft langen Proben vor den Auftritten.

Julia Frisch


Quelle Foto: Till Budde
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