Luther-Singspiel zum Reformationsjubiläum

Veröffentlicht am Fr., 3. Nov. 2017 09:53 Uhr
Bericht Ki Ju Kantorei

Reformationssingspiel "Wenn einer fragt" von Uli Führe und Hellmuth Wolff


„Tritt frisch auf! - Tu's Maul auf! - Hör bald auf!“ 

Das soll Martin Luther gesagt haben – ein geduldiger Mensch war er offenbar nicht. Nichts konnte ihm offenbar schnell genug gehen, so scheint´s. Kein Wunder, dass er für die Übersetzung des Neuen Testaments nur läppische zehn Monate brauchte.  

Zu lange Predigten waren dem Reformator ein Graus. „ Eines guten Redners Amt oder Zeichen ist, dass er aufhöre, wenn man ihn am liebsten höret“, hat Luther angeblich einmal zum Besten gegeben.

So gesehen hätte das Singspiel „Wenn einer fragt“, das anlässlich des Reformations-Jubiläums in der Wald- und Dorfkirche aufgeführt wurde, Luther sicher gefallen. Kaum eine Stunde dauerte die musikalische Reise zurück in die Zeit um 1517, dargeboten  vom  Kleinen und Großen Kinderchor, dem Jugendchor, dem Elternchor sowie dem Kammermusikensemble unter der Leitung von Cornelia Vogt.

Von Schüchternheit keine Spur: Geübt von Krippenspielen, Auftritten zu Ostern und in Gottesdiensten, spielten und sangen vor allem die Kinder und Jugendlichen die wichtigsten Jahre im Leben Martin Luthers nach – ohne Aussetzer und Stolperer. Ein frisch-forscher Auftritt, wie er Luther gefreut hätte.

In kleinen Szenen und in Liedern wurden die Ereignisse dargestellt, welche die damalige Welt vor 500 Jahren erschütterten: der Anschlag der 95 Thesen, die folgenden Reichstage in Worms und Augsburg, die Flucht Luthers auf die Wartburg und seine Arbeit an der Bibelübersetzung sowie das  Familienleben des ehemaligen Mönches mit „Herrn Käthe“, der ehemaligen Nonne Katharina von Bora, die im Hause Luther das Zepter führte.    

Wem das Singspiel zu wenig war, dem sei zum Trost gesagt: Die Proben des Kinder- und Jugendchores für die Adventszeit und das Krippenspiel haben begonnen.

Julia Frisch


Foto: Till Budde

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