Was ist Heimat?

Veröffentlicht am Mi., 22. Mär. 2017 19:24 Uhr
Bericht Gemeinde im Gespräch

Der neue Gesprächskreis in unserer Gemeinde:

Bericht in eigener Sache


Gespannt sahen Frau Gohn und ich der ersten Zusammenkunft unseres neuen Kreises „Gemeinde im Gespräch“ entgegen. Würde das Thema „Was ist Heimat“ Interesse finden? Ergäbe sich tatsächlich, wie wir erhofften, ein lebendiges Gespräch?
Um die Teilnehmenden zu motivieren, hatten wir im Vorfeld den Begriff „Heimat“ unter verschiedenen Gesichtspunkten hinterfragt. So zum Beispiel: – Können neben den jeweiligen Geburts und Wohnorten auch Kirchengemeinden und Vereine zur Heimat werden? – Gibt es eine Wahlheimat? – Was ist unter einer beruflichen oder politischen Heimat zu verstehen?
Auf diese Weise vorbereitet, galt es nun den Abend selbst in Angriff zu nehmen.

Zur Einstimmung lasen wir die Gedichte „Heiligensee“ von Franz Krummnow (1917) und „Heimat, ich möchte dich malen“ von Alma Grabowski (1910 - 2010). Anschließend entspann sich eine lebhafte Diskussion. Hierbei wurden die emotionalen Elemente der zuvor gehörten Verse nicht nur aufgegriffen, sondern auch durch persönliche Erfahrungen gespiegelt.

Geburtsort und Familie spielten eine prominente Rolle. Allerdings jedoch wurde Heimat auch als Lebensmittelpunkt, als Ort erlebter Jugend und als Ankerplatz der Wahl bei sich verändernden Umständen oder Rahmenbedingungen beschrieben. Eine Kirchengemeinde kann, nach Ansicht der am Gespräch Beteiligten, durch Zusammenhalt und Kontaktpflege das individuelle Heimatgefühl unterstützen. Dabei wurde nicht zwischen Stadt und Dorfgemeinde unterschieden. Stattdessen wurde die Meinung vertreten, dass sich Menschen in verschiedenen Lebenslagen auch in unterschiedlichen Gemeinden zu Hause fühlten.

Für eine mögliche berufliche Heimat schließlich, ist das Umfeld ausschlaggebend. Als maßgebliche Wohlfühlfaktoren hierfür wurden das kollegiale Miteinander ebenso benannt, wie die Ausstattung des Arbeitsplatzes und die sozialen Rahmenbedingungen.


Überrascht stellte ich fest, dass mit diesen Betrachtungen unser Zeitrahmen bereits ausgeschöpft war. Mir war die Zeit wie im Fluge vergangen. Durch die vielfältigen Beiträge der Anwesenden fanden sich meine Vorstellungen zum Thema teilweise bestätigt. Darüber hinaus habe ich aber auch neue, interessante Einsichten gewonnen.

Seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde die offene und heitere Gesprächsführung als erfreulich und angenehm gewürdigt – eine Tatsache, die Frau Gohn und mich ermutigt, unsere „Gemeinde im Gespräch“ mit dem Thema „Christliche Werte in der heutigen Zeit“ fortzuführen.


Christina Guth

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