Auf der Suche nach einem Zuhause

Veröffentlicht am Di., 1. Mär. 2016 20:07 Uhr
Bericht Ki Ju Kantorei


Gottesdienst am 3.Advent 2015 in der Dorfkirche

Wer von Ihnen kennt eigentlich die Geschichte vom Nussknacker?
Nein - nicht die von E.T.A. Hoffmann, sondern die von Hieronymus Nussknacker von der Autorin Ulrike Schrott. Wahrscheinlich wenige, sie ist eher unbekannt.
Der „kleine Kinderchor Dorf“ aus Heiligensee gab unter der Leitung von Cornelia Voigt am 13.12.2015 mit dieser Geschichte sein wunderschönes Debut im Rahmen des Gottesdienstes in der Dorfkirche in Alt-Heiligensee. Es geht um ein klassisches christliches, also auch weihnachtliches Thema - das Phänomen der Barmherzigkeit. Ein Nussknacker, der für seine alten Besitzer fast nur noch Altholz zu sein scheint und nicht mehr gebraucht wird, geht auf Wanderschaft, um ein neuen Ort zu finden, an dem er Unterschlupf finden kann. Zuerst wird er von verschiedenen Tieren (Eichhörnchen, Fuchs, Eule und Maus) stets abgewiesen mit unterschiedlichen, teils etwas fadenscheinig klingenden Begründungen, bis er schließlich zwei Kinder trifft, die sich seiner annehmen. Sie säubern ihn, kleiden ihn neu ein, frisieren ihn neu, sie kümmern sich einfach um ihn.
Und siehe da, Hieronymus kann zur Freude der Kinder und zu seiner eigenen Freude wieder Nüsse knacken. Die Barmherzigkeit der Kinder hat das bewirkt. Die Kinder spielten das Stück mit einer Hingabe und Sorgsamkeit in ihren schönen Kostümen, dass viele der Älteren einfach nur gerührt auf den Kirchenbänken saßen und lauschten.
Wir durften diesen Gottesdienst mit Herrn Petters begehen, der uns sensibel und souverän durch den Gottesdienst leitete - so als würde er es jeden Sonntag tun. Herzlichen Dank an dieser Stelle!
Die Barmherzigkeit ist übrigens ein zentrales und wichtiges Thema in allen großen monotheistischen Religionen. Wieder ein Punkt mehr, der uns Menschen eint. Gerade in politisch sensiblen Situationen, in denen einige in Deutschland versuchen, Öl ins Feuer zu gießen und die Gesellschaft zu spalten, sollten wir das Verbindende suchen mit Fremden und Freunden und nicht das, was uns trennt.
In diesem Sinne, seid barmherzig miteinander!
Joscha Kühne

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